Drupal 8 | 06.10.2017

DRUPALCON 2017 VIENNA

Autor: Steffi Hötzel
Tags: Drupal 8

Titelfoto: © Dominik Kiss

In der Woche vom 26. bis 29.09. fand im Herzen Wiens, in direkter Nähe zum Prater, die 12te DrupalCon Europe statt. Seit 2005 trifft sich die weltweite Drupal-Community einmal im Jahr in Europa um Erfahrungen und neueste Entwicklungen rund um das beliebte OpenSource Content Management System auszutauschen.

Dieses Jahr waren über 1600 Drupalisten auf dem Messegelände unterwegs. Die Stimmung war ausgelassen und alte wie neue Bekannte hatten viel Freude daran, sich eine ganze Woche lang zu ihrem CMS auszutauschen.

Das Hauptaugenmerk der Convention lag natürlich auf den Vorträgen, den sogenannten Sessions. Diese erstreckten sich über entwicklungsspezifische Themengebiete von Frontend und Performance über PHP/TWIG bis hin zu Sicherheit, Skalierbarkeit und Deployment. Aber auch Showcases und Metathemen zu Projektmanagement, Business und „Being Human“ ließen den eigenen Horizont erweitern. Zusätzlich zu den Vorträgen gab es noch sogenannte BOFs (Birds of a Feather): spontane, informelle Diskussionsrunden zu einem bestimmten Thema. Auch viele Sprints und Einführungen, wie man auf verschiedensten Wegen Teil der Community werden kann, waren dabei.

Hier geht es zu den frei verfügbaren Vorträgen in Bild und Ton.

Von XIMA waren die Drupal Spezialisten Philipp Michael und René Opitz in Wien mit dabei. Und sie kommen nicht nur mit vielen Eindrücken und neuem Wissen zurück. Im Gepäck haben sie auch die Bestätigung für ihre Fachexpertise: beide haben ihre Drupal8 Zertifizierung erfolgreich bestanden. Glückwunsch!

Wo steht Drupal zurzeit?

Die Community um Drupal und das CMS als solches können weiter mit Wachstum glänzen. Es gab auch in diesem Jahr wieder mehr Commits und noch mehr Committer als in 2016. Drupal 8 hat sich dabei gegenüber seinem Vorgänger (Drupal 7) in den Agenturen durchgesetzt, d.h. dass bei neuen Projekten kaum noch die Version 7 zum Einsatz kommt. Auch der feste Release-Zyklus von Minor-Updates aller sechs Monate wird von der Community sehr gut angenommen und sorgt für bessere Planbarkeit. Es wird außerdem immer deutlicher, dass Drupal 8 seine Stärken am besten bei viel besuchten und Feature-reichen Community-, Mehrkanal- und Multisites ausspielen kann. Die Arbeit eines jeden Community-Mitglieds trägt also Früchte und die Köpfe von Drupal wurden nicht müde zu betonen, dass jeder etwas betragen und teilen kann, egal ob Novize oder Drupal-Rockstar. Jeder habe unterschiedliche Stärken und so gibt es auch verschiedenste Wege, Drupal noch besser zu machen, sei es Entwicklung, Dokumentation, Usability, Support oder das Mitwirken in lokalen User Groups.

Was sind die Hot-Topics unter den Drupal-Entwicklern?

Zu den wichtigsten Themen zählte die Verwendung von Drupal als Headless CMS. Drupal wird dabei nur für Pflege, Verarbeitung und Ausspielen des Contents verwendet, nicht aber für das Frontend selbst. Das Drupal-Backend speist damit als zentrale Anwendung verschiedenste Apps, Webseiten, Widgets und vieles mehr. Auch können man dank der gewonnenen Flexibilität mittels React, Angular und Co komplexe und äußerst bedienfreundlicher User Interfaces entwickeln.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Optimierung der Nutzerfreundlichkeit für Redakteure. Es wurden verschiedene Ansätze präsentiert, von Tabellen-losen Backend-Themes, über bessere Menüstrukturen bis hin zu vereinfachten Arbeitsabläufen und neuen Gruppenrichtlinien. Aber nicht nur Redakteure können mit konkreten Verbesserungen rechnen. Auch die Entwicklung und Planung, der Deployment-Prozesse und das automatische Testen werden weiter verbessert und stehen ganz oben auf der Agenda.

Für das Frontend waren die Themen Living Styleguide mit Hilfe von verschiedenen Werkzeugen (z. Bsp. Fractal), das Umsetzen der Themes über sogenannte Komponenten und die Barrierefreiheit sehr wichtig. Äußerst spannend war auch das Thema Migration: Drupal 8 bietet endlich eine Standardschnittstelle, mit der sich nicht nur alte Drupal-Versionen leichter migrieren lassen, sondern auch verschiedenste Drittsysteme – sei es über CSV, JSON oder direktem Datenbankzugriff.

Wo geht die Reise hin?

Auf der Agenda steht nun weiter der API-first-Gedanke und das damit verbundene Headless Drupal. Auch soll auf absehbare Zeit eine moderne Javascript-Library wie React, Angular oder Ember Einzug in den Core halten – ein notwendiger Schritt, der Drupal noch bedienfreundlicher und vor allem konkurrenzfähiger machen soll. Mittelfristig wird es außerdem die ersten Auto-Update-Funktionen in Drupal geben – ein Feature, dass die Wartung vor allem in Bezug auf zeitkritische Sicherheits-Updates erleichtern soll. Zudem werden experimentelle Core-Module wie Workflow, Layout Discovery und das lang ersehnte Media als stabile Features in Drupal Einzug halten, die sich bereits als Contrib Module für die Version 8 etabliert haben. Sie wurden weiter überarbeitet, auf Herz und Nieren getestet und können bereits jetzt mit dem kürzlich erschienen Release 8.4 mit gewissen Einschränkungen genutzt werden.

Fazit

Für die XIMANER vor Ort war es eine gelungene Veranstaltung, bei der sie mit Freude dabei waren. Die Drupal-Community ist eine offene und sehr progressive Gemeinschaft mit dem stetigen Ziel, Drupal 8 für alle noch weiter zu verbessern. Sei es die Benutzbarkeit für den Redakteur zu erhöhen, die Barrieren im Front- wie Backend weiter zu senken oder Schnittstellen anzubieten, die einfachsten Zugriff auf die eingepflegten Daten ermöglichen.

Schlechte Nachrichten gibt es aber leider auch: Im nächsten Jahr wird es wohl keine DrupalCon in Europa geben – erst 2019 soll es wieder so weit sein. Die Zwischenzeit wollen die Organisatoren dafür nutzen, das Konzept der Convention wieder attraktiver für Entwickler zu gestalten. Denn die Tendenz ging in den letzten Jahren eher zu den kleineren, praxisnäheren Konferenzen und vor allem den zahlreichen DrupalCamps. Natürlich soll die DrupalCon kein Ersatz dieser Events sein, sondern eine Bereicherung.

Als nächstes trifft sich die Community Ende Oktober beim DrupalCamp Schwerin in und im nächsten Jahr dann bei den Drupal Developer Days.

Drupal User Group Dresden

Und es gibt weitere Pläne: Philipp Michael und René Opitz wollen gemeinsam mit Ihrem Mitstreiter Michael Böker die Drupal User Group Dresden wieder zu neuem Leben erwecken.

Weitere Drupalisten sind gern gesehen! Mehr dazu gibt es in Kürze hier.

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